Studie „SEO vs. GEO – Verdrängt GenAI Suchmaschinen?“ (2026)
Erstellt am 10.10.2026
Löst ChatGPT die Google-Suche ab? Zwei Forscherinnen der Hochschule Pforzheim haben 266 Personen gefragt, wie sie Suchmaschinen und KI-Dienste bei der Suche nach Informationen bewerten. Das Ergebnis: Suchmaschinen gelten als nützlicher und verlässlicher, KI-Dienste machen mehr Freude, und wer eine KI-Antwort bekommt, prüft sie häufiger nach. Die Arbeit ist eine der wenigen deutschsprachigen zum Thema. Der Titel verspricht allerdings mehr, als gemessen wurde: Um Maßnahmen der Optimierung geht es nicht.
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Steckbrief
| Titel | SEO vs. GEO – Verdrängt GenAI Suchmaschinen? Eine Untersuchung über Nutzungspräferenzen, Einflussfaktoren und die Zukunft der Informationssuche |
|---|---|
| Autorinnen | Elke Theobald, Mona Falkenstein (Hochschule Pforzheim) |
| Veröffentlicht | 2026 in der Fachzeitschrift HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik (Springer); eingereicht am 11.10.2025, angenommen am 22.06.2026 |
| Art | Onlinebefragung, keine Messung an den Diensten |
| Daten | 266 Teilnehmende, befragt im März 2025. 155 beantworteten die Fragen für Suchmaschinen, 111 dieselben Fragen für KI-Dienste. |
| Förderung | freier Zugang über Projekt DEAL; laut Arbeit kein Interessenkonflikt |
| Quelle | doi.org/10.1365/s40702-026-01304-w (frei zugänglich, Lizenz CC BY 4.0; gelesen am 10.10.2026) |
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Was untersucht wurde
Die Befragung stützt sich auf ein verbreitetes Modell dafür, warum Menschen eine Technik annehmen (Technology Acceptance Model). Abgefragt wurden Nützlichkeit, Bedienbarkeit, Vertrauen, Zufriedenheit, Freude an der Nutzung und die Absicht, die Technik weiter zu nutzen. Dazu kamen drei Fragen zum Umgang mit den Ergebnissen: Prüft man sie mit einer weiteren Quelle nach? Enthalten sie Nutzloses? Sind es zu viele Informationen?
Es ging um Suchen nach Informationen, also um Wissensfragen, nicht um Einkäufe oder die Suche nach einem Anbieter. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe (155 Personen) beantwortete alle Fragen mit Blick auf Suchmaschinen wie Google, die zweite (111 Personen) dieselben Fragen mit Blick auf KI-Dienste wie ChatGPT. Niemand bewertete also beides; verglichen werden die Mittelwerte der beiden Gruppen. Alle gaben ihre Einschätzung aus dem Alltag ab. Aufgaben an den Diensten lösten sie nicht.
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Die Ergebnisse
Wer was nutzt
- 97 Prozent nutzen für alltägliche Suchen regelmäßig Google, 59 Prozent ChatGPT.
- 82 Prozent haben ChatGPT schon verwendet. 47 Prozent nutzen KI-Dienste häufig oder sehr häufig, 21 Prozent selten oder nie.
Die Bewertungen im Vergleich
| Merkmal | Suchmaschinen | KI-Dienste |
|---|---|---|
| Nützlichkeit | 4,40 | 3,99 |
| Bedienbarkeit | 4,43 | 4,17 |
| Vertrauen in die Informationen | 2,94 | 2,53 |
| Absicht, weiter zu nutzen | 4,29 | 4,01 |
| Freude an der Nutzung | 3,55 | 4,23 |
| Ergebnis wird mit weiterer Quelle nachgeprüft | 3,35 | 3,77 |
| Ergebnis enthält Nutzloses | 2,87 | 2,48 |
| Zu viele Informationen | 3,19 | 2,45 |
Mittelwerte aus Tabelle 2 der Arbeit; alle acht Unterschiede sind dort als statistisch gesichert ausgewiesen. Höherer Wert = stärkere Zustimmung. Die Stufen der Antwortskala nennt der Artikel nicht.
- Kein Unterschied zeigte sich beim Vertrauen in die Technik selbst (2,90 gegen 2,88), bei der Zufriedenheit (3,93 gegen 3,82) und bei der allgemeinen Einstellung (3,98 gegen 3,89).
- Nachgeprüft wird mit der Suchmaschine. Wer eine KI-Antwort überprüft, nimmt dafür überwiegend eine klassische Suchmaschine (Mittelwert 4,27).
- Verschiedene Gründe für dieselbe Zustimmung. Bei Suchmaschinen hängt die gute Einstellung am stärksten an der Freude an der Nutzung, bei KI-Diensten an der Zufriedenheit mit dem Ergebnis und an der Nützlichkeit.
Die Autorinnen schließen daraus: Eine baldige Ablösung der Suchmaschinen ist nicht zu erkennen, beide werden nebeneinander genutzt. Ob es langfristig zur Verdrängung kommt, lasse sich aus einer Befragung zu Einstellungen nicht entscheiden.
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Grenzen
Der Titel und die Messung. Gemessen wurde, wie Nutzer die beiden Techniken bewerten. Welche Maßnahmen Inhalte in Suchmaschinen oder KI-Antworten sichtbar machen, wurde nicht untersucht. Der Rat, für beide zu optimieren, folgt aus der Überlegung der Autorinnen, nicht aus den Daten. Sie nennen diese Frage selbst als Aufgabe für künftige Arbeiten.
Stand März 2025. Googles „Übersicht mit KI“ gab es in Deutschland bei der Befragung noch nicht. Zwischen Erhebung und Erscheinen liegen rund 15 Monate.
Junge, nicht zufällig gezogene Stichprobe. 62 Prozent der Befragten waren 18 bis 34 Jahre alt, 30 Prozent Studierende. Auf alle Internetnutzer lässt sich das nicht übertragen.
KI mit oder ohne Websuche? Die Befragung unterschied nicht, ob der genutzte KI-Dienst im Internet sucht und Quellen angibt. Gerade das dürfte Vertrauen und Nachprüfen beeinflussen.
Schwache Messung einzelner Merkmale. Nachprüfen, Nutzloses und Informationsmenge wurden mit je einer Frage erfasst, das Vertrauen in die Informationen mit zwei Fragen und nach Angabe der Autorinnen nicht zuverlässig genug.
Selbstauskunft und Zuteilung. Die Antworten sind Einschätzungen, kein beobachtetes Verhalten. Die Zuteilung zu den Gruppen erfolgte laut Arbeit „randomisiert und basierend auf Vorerfahrung“; wie genau, wird nicht erklärt. Die Gruppen sind ungleich groß.
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Abgleich mit unserer Messung
Die Studie hat Menschen befragt, wir befragen die Dienste. Das sind verschiedene Fragen; bestätigen oder widerlegen lässt sich hier nichts. An zwei Stellen berühren sich die Ergebnisse.
Sind die Quellen bei KI-Antworten unsichtbar?
gemessen Die Arbeit beschreibt KI-Dienste als wenig durchschaubar, Quellen seien oft nicht zu sehen. Für Dienste mit Websuche trifft das in unserer Messung nicht zu: Von 4.000 Antworten zu lokalen Betrieben kamen bei ChatGPT 11 Prozent ohne Quelle, bei Gemini 7 Prozent, bei Perplexity keine. Einschätzung Die Befragung stammt aus dem März 2025 und trennt nicht zwischen KI mit und ohne Websuche. Das geringere Vertrauen in KI-Informationen kann also auf Erfahrungen mit Antworten ohne Quellen beruhen und sich seither verschoben haben.
Nachprüfen ist angebracht
gemessen Die Befragten prüfen KI-Antworten häufiger nach als Suchergebnisse. Unsere Messung gibt ihnen einen Grund: Stellt man ChatGPT dieselbe Frage nach einem Betrieb am selben Tag zweimal, stimmen die genannten Betriebe nur zu 27 Prozent überein, bei Gemini zu 47, bei Perplexity zu 76 Prozent.
Was wir nicht prüfen können
Wie viele Menschen KI-Dienste statt einer Suchmaschine nutzen und wie sie den Antworten vertrauen, messen wir nicht. Umgekehrt sagt die Befragung nichts dazu, welche Betriebe die Dienste nennen.
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Was Betriebe daraus mitnehmen können
Einschätzung
- Die Google-Suche bleibt der wichtigste Weg, über den Kunden suchen. KI-Dienste kommen dazu und sind bei jüngeren Nutzern schon Alltag.
- Wer eine KI-Antwort nachprüft, tut das meist mit der Suchmaschine. Ein Betrieb, den die KI nennt, sollte deshalb auch dort mit stimmigen Angaben zu finden sein.
- Die Studie belegt nicht, dass besondere Maßnahmen für KI-Dienste nötig sind oder welche wirken. Wer mit dieser Arbeit für ein GEO-Angebot wirbt, liest mehr hinein, als sie gemessen hat.
- Die Zahlen sind vom März 2025 und stammen von überwiegend jungen Befragten. Für die eigene Kundschaft können sie anders aussehen.
Zu dieser Seite: Die Auswertung der Studie ist mit Hilfe eines KI-Assistenten entstanden, der die Arbeit vollständig gelesen hat. Die Angaben wurden von Robert Fischer gegen die Arbeit geprüft. Weitere Studien: Übersicht.